Weniger ist mehr

Am Montag war Tag der Sammelwütigen. Ich gehöre ja nicht dazu…
Am Anfang meines Teeweges, war ich geflashed von den schönen und kleinen Teekannen. Sie sind so filigran und einfach nur schön anzusehen! Nicht alle haben Qualität oder taugen zum Tee machen. Warum weniger mehr ist, ich aber beim Teegeschirr dennoch fast 50 Teekannen besitze, möchte ich Dir jetzt erklären.

Sammelleidenschaft

Ich bin eigentlich keine große Sammlerin. Dennoch mag ich es, wenn ich Variationsmöglichkeiten habe. Ich glaube das ist der Grund, warum sich über die letzten 23 Jahre immer mehr Teegeschirr in meinen Besitz “eingeschlichen” hat.

Ich genieße gern die schönen Dinge des Lebens und kann Schönheit kaum widerstehen.

Anmerkung: Schönheit ist eine individuelle Angelegenheit. Jeder empfindet sie anders und manches Mal kann sie auch konträr zur eigenen sein.

Als ich mich auf den Weg des Tees machte, haben mich vor allem die kleinen Teekannen angesprochen. Dünnwandig und so elegant. Ich reiste durch die Welt und fand fast überall ein neues Stück. Jede Kanne erzählt somit eine Geschichte und macht sie besonders.

Mit den Jahren nahm das wirklich überhand. Ich fokussiere mich nun nur noch auf die besonderen Stücke. Form, Farbe und Bemalung sollen einzigartig sein. Dennoch werden es immer mehr.

 

Braucht man das?

Nein, eigentlich reichen nur wenige Teekannen! Für jede Sorte eine oder eine Porzellankanne, in der man alle Tees zubereiten kann. Ich bewundere viele Männer oft für Ihre Einfachheit. Diese Männer kommen mit so wenig aus und haben somit auch keine Anhaftung an “Zeug”. Denn sind wir mal ehrlich, jede Teekanne, Teeschale, Teeboat etc. ist eigentlich “nur” ein Gegenstand und wenn dieser entzwei geht, hängt daran nicht unser Leben.

Erinnerungen tragen wir im Herzen und nicht in Dingen. Dennoch erinnern sie mich oft an die Reisen die ich machte und lösen ein Fernweh in mir aus.

Kaputt ist kaputt?

Ist eine Teekanne oder Schale mal kaputt, geht davon die Welt nicht unter. Dennoch kann man sie, wenn man daran hängt und der Bruch klar ist, auch wieder kitten. Hierzu gibt es viele Möglichkeiten. Kintsugi, die Brüche mit Gold veredeln, ist da noch die bekannteste. Doch Gold ist teuer und die entsprechende Dienstleistung auch. Deshalb gibt es jetzt das ein oder andere “Home-Kintsugi-Kit”. Hier werden Baumharze und Farbpulver verwendet.

Das sieht im Ergebnis längst nicht so elegant aus wie beim Gold-Profi aber es ist eine Lösung. Eine weitere wäre Sekundenkleber. Das Problem hierbei ist, dass dieser giftig und die Teekanne bzw. Teeschale dann nicht mehr zu gebrauchen ist.

Eine weitere Möglichkeit ist das Tee-Geschirr einfach “gehen” zu lassen. Im Endeffekt ist es nur ein Gegenstand, dem nur Du Wert bemisst. Wenn Du diesen gehen lässt, hast Du wieder mehr Platz in deinem Raum. Vielleicht für etwas Neues oder für mehr Leere in deinem Umkreis.

 

Die zerbrochene Kanne

Ich erinnere mich noch an meine erste Teekanne. Sie war klein, filigran und in Form eines Kürbisses. Ich suche schon sehr lange nach einer Ähnlichen, hab sie aber nie wieder gefunden. Diese zerbrach eines Tages und ich war sehr traurig. Ich war selbst Schuld, konnte niemanden die Schuld zuweisen ausser mir selbst.

Dann überlegte ich, ob ich jetzt Lust habe, noch ein Weilchen traurig zu sein oder die Teekanne gehen zu lassen und glücklich zu sein.

Ich entschied mich für den zweiten Weg. Nicht immer in meinem Leben ist mir das gelungen aber an diesem Tag schon. Ich bedankte mich bei Ihr für die schöne Zeit und warf sie weg! Diesen Tag passierte etwas magisches. Menschen, die mir lange nicht mehr schrieben, riefen mich an. Menschen die mir viel bedeuteten meldeten sich auf einmal. Sie wussten nichts von meinem Verlust aber sie halfen mir dabei, meine gute Stimmung beizubehalten.

Dafür war ich unglaublich dankbar.

Wir haben die Kraft, uns für unsere Emotionen und Gefühle zu entscheiden. Damals entschied ich mich bewusst fürs Glücklichsein. Nicht immer schaffte ich das. Kinder dagegen haben dies noch ganz natürlich. Wenn ich meine beiden Kleinen so betrachte und beobachte, sehe ich, wie sie aus Tieftraurig zu Hochglücklich schwenken können.

Du kannst das auch einfach entscheiden. Dabei ist “einfach” einfach gesagt und in der Praxis nicht immer leicht.

Gerade bei Liebeskummer fiel mir diese Entscheidung häufig schwer. Ich kann aber noch so traurig sein, wenn ich einen Sonnenuntergang sehe oder ein fröhlichen Song höre, dann ändert sich meine Stimmung von ganz allein.

Hast Du schon einmal bewusst Deine Stimmung verändert?

 

 

Lerne was Du wirklich für Deine Teezeremonie brauchst: Im Kurs “Teezeremonie Basics”

Beitrag Teilen

Share on facebook
Share on twitter
Share on whatsapp